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Donnerstag, 23.04.2020, 15:24

Die Liebe von Fußballern zu Poker

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Fans kennen sie auf dem Rasen und im Fußball-Trikot, doch was die Fußballprofis abseits des Rasens am liebsten machen, wissen viele nicht. Den Profisportlern fehlt es in der Regel weder an Zeit noch an Geld, zwischen den Saisons, während Spiel- und Trainingspausen oder auch am Abend vor einem Spiel bleibt jede Menge freie Zeit, sich einer anderen Leidenschaft zu widmen. Besonders beliebt unter Fußballern ist das Kartenspiel Poker. Manche von ihnen setzen sich gerne nach einem Tag auf dem grünen Rasen an das grüne Filz des Pokertischs und lassen hier die Gehirnzellen arbeiten, während sie ein Pokerface bewahren, Bluffs hinlegen und All-In gehen. Bereits eine Vielzahl von Profifußballern hat die Liebe zum Poker bekannt. Während manche Fußball und Poker unter einen Hut bringen, haben andere ihre Leidenschaft für das Kartenspiel erst nach dem Karriereende entdeckt. Auch wenn die Gemeinsamkeiten der beiden Spiele nicht zwingend auf den ersten Blick auffallen, gibt es doch einige Eigenschaften und Faktoren, die sowohl auf dem Rasen als auch am Spieltisch verlangt werden. Wir stellen vor, welche Fußballer gerne pokern und was Poker so besonders macht.

Diese Profifußballer lieben Poker

Gerüchten zufolge soll die deutsche Nationalmannschaft Poker lieben. Während der WM 2010 in Südafrika soll Trainer Jogi Löw sogar einen Pokertisch im Quartier des deutschen Teams aufstellen lassen haben, damit die Fußballer am Abend gemeinsam Poker spielen konnten. Dies soll zudem nicht nur bei der Nationalmannschaft der Fall sein, denn auch einige Vereine der Bundesliga sollen sich besonders beim Trainingslager sowie bei Auswärtsspielen einen Pokertisch mitnehmen, um am Abend gemeinsam zu spielen. So sollen in der Vergangenheit die Spieler von Hannover 96, die heute in der zweiten Liga spielen, bei Auswärtsspielen einen Pokertisch dabei gehabt haben. Der ehemalige Hannover-Fußballer Sérgio Pinto soll dafür sogar einen eigenen mobilen Pokertisch mitgebracht haben, damit die Spieler am Abend nach dem Training bzw. vor dem Spiel gemeinsam eine Runde pokern konnten.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Max Kruse legt hier die Latte noch höher, denn er ist nicht nur auf dem Fußballfeld Profi, sondern auch am Pokertisch. Kruse spielte zwischen 2016 und 2019 bei Werder Bremen und wechselte kürzlich zum türkischen Team Fenerbahçe Istanbul. Neben seiner Fußballkarriere bahnt er sich jedoch auch in der Profi-Pokerwelt seinen Weg. Seit 2014 ist er jedes Jahr an der World Series of Poker, der inoffiziellen Weltmeisterschaft im Poker, anzutreffen. Insgesamt konnte er hier bereits 120.000 US-Dollar mit nach Hause nehmen, 2014 schaffte er es sogar, im No-Limit 2-7 Draw Lowball-Event den dritten Platz zu ergattern und über 36.000 US-Dollar zu gewinnen. Laut eigenen Aussagen kann sich Kruse vorstellen, nach dem Ende seiner Fußballkarriere noch aktiver im Poker zu werden.
Diverse weitere Fußballstars aus aller Welt lieben es, Poker zu spielen. So etwa die brasilianische Fußballlegende Ronaldo aus den 90er Jahren – nicht Cristiano Ronaldo aus Portugal und auch nicht Ronaldinho. Ronaldo Luís Nazário de Lima ist heute nach dem Ende seiner Fußballkarriere professioneller Pokerspieler und regelmäßig bei renommierten Turnieren zu sehen. In Brasilien ist Poker äußerst beliebt und verbreitet, so spielt das brasilianische Talent Neymar Jr. gerne Online-Poker und postet hierzu häufig Fotos auf seinen sozialen Medien. Auch der Spanier Gerard Piqué vom FC Barcelona zeigt nicht nur auf dem Rasen, sondern auch am Pokertisch Können: Der Katalane ist begeisterter Pokerspieler und konnte 2019 an der European Poker Tour im 25.000 Euro No-Limit Hold'em Poker-Event den zweiten Platz mit einem Gewinn von über 350.000 Euro einheimsen.

Was die Sportler zum Poker zieht

Poker ist damit unter den Profifußballern mehr als beliebt. Die Frage ist jedoch, was zieht die Fußballmänner an den grünen Filz? Die Gründe hierzu sind mit Sicherheit vielfältig, zumal das abwechslungsreiche und spannende Kartenspiel den Spielern einfach Freude bereitet. Doch es ist mehr als das, was Fußballer an das strategische Kartenspiel zieht, in dem es darum geht, taktisch klug zu entscheiden, analytisch zu denken, stets mit höchster Konzentration aufzupassen und die Gegner genau im Auge zu behalten. Die Fußballlegende Ronaldo beispielsweise gab in einem Interview an, dass es ihm viel Spaß mache, Poker zu spielen. Er sei kein Fan von großer Strategie und spiele am liebsten einfach nur zur Freude am Spielen. Er zieht Parallelen zum Fußball und merkt an, dass er sich ähnlich fühle, wie wenn er einen Elfmeter im Fußball bekommt, wenn er ein Ass auf der Hand halte. Zwar müsse er dann noch den Torwart überwinden, bzw. im Poker besser als die Gegner spielen, allerdings seien die Chancen auf einen Gewinn gut. Er nennt Poker als seine Leidenschaft und bevorzugt inzwischen das Kartenspiel zum Fußball. Und das aus einem simplen Grund: Beim Pokern spiele sein Gewicht keine Rolle, beim Fußball müsse er einige Kilos verlieren, um spielen zu können.
Auch der ehemalige Leverkusen-Spieler Stefan Kießling spielt gerne Poker. Er sagt, er sei ein guter Bluffer und die Anspannung, die am Pokertisch vorherrscht, würde ihn besonders ergreifen und sehr gefallen. Eine gute Hand im Poker zu haben und dann auf dem Board noch zu treffen, sei für ihn der beste Kick. Besonders Spaß mache ihm zudem die Provokation und die Häme und Spott am Pokertisch, die beim Pokerspielen einfach dazu gehören. Beim Fußball seien derartige Umgangsarten absolut tabu. Piqué sagt von sich, dass er selbst als Fußballprofi und herausragender Pokerspieler weiterhin ein Kribbeln im Bauch bekommt, wenn er bei einem Turnier antritt.

Was Poker den Sportlern abverlangt

Das Strategiespiel Poker verlangt den Spielern einiges ab. Auf den ersten Blick lassen sich kaum Gemeinsamkeiten zwischen Poker und Fußball erkennen, immerhin findet eins sitzend an einem Tisch im Alleingang statt, während das andere äußerst dynamisch, schnell und im Team mit zehn weiteren Teammitgliedern abläuft. Schon ehemaliger deutscher Nationalspieler Lukas Podolski sagte es aus: Doppelpass alleine, das geht nicht. Beim Fußball geht es um Teamwork, beim Pokern ist man jedoch ganz auf sich selbst gestellt. Und wie schon Ronaldo betonte, wird beim Pokern nicht die gleiche physische Fitness verlangt wie im Fußball. An dessen Stelle treten mathematische, analytische und logische Fähigkeiten. Was allerdings im Fußball und Poker übereinstimmt, ist der Bedarf an Strategie und Ehrgeiz, um es auf dem Rasen oder am Spieltisch zu schaffen. So wie Fußballer über das gesamte Spiel hinweg, 90 oder auch 120 Minuten und länger, Biss und Willen beweisen, gilt es, dies beim Pokerturnier ebenfalls oftmals über mehrere Stunden durchzustehen, ohne an Konzentration zu verlieren. Die Siegermentalität und das Durchhaltevermögen, die man aus dem Fußball kennt, wird damit auch beim Poker benötigt.

Max Kruse kann am Pokertisch zudem mit absoluter Vielseitigkeit beeindrucken. Er erhält stets reichlich Anerkennung dafür, dass er sich nicht lediglich auf eine Art des Pokers spezialisiert hat, sondern dass er bei diversen Spielvarianten zu überzeugen weiß. Eine der beliebtesten Varianten im Poker ist Texas Hold’em Poker, die sowohl im Online Casino im Internet am liebsten gespielt wird als auch beim Hauptturnier der Pokerturnierserien die vorrangige Spielweise darstellt. Die Regeln des Texas Hold’em Poker lassen sich in mehreren Schritten erklären, um dieses Spiel zu meistern, bedarf es jedoch Übung und Talent. Die höchste Pokerhand, die einem den Sieg sichert, ist der Royal Flush. Brasilianer Neymar Jr. hatte diese Siegerkombination bereits auf der Hand. Max Kruse dagegen zeigt nicht nur im Texas Hold’em Poker Talent, sondern spielt auch gerne die Version Omaha Poker sowie 2-7 Lowball Poker. In letzterem geht es entgegen des Royal Flush nicht darum, die höchste Pokerhand zu haben, sondern die niedrigste. Das Bedarf ein ganz anderes Skill, das Kruse bereits unter Beweis stellen konnte.

Poker ist ein spannendes Kartenspiel, das auf der ganzen Welt gerne gespielt wird. Auf die Profifußballer übt das Spiel von Strategie eine besondere Wirkung aus, denn eine ganze Menge der Sportler lieben es, sich an den grünen Filz zu setzen und analytisches Denken unter Beweis zu stellen.