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Montag, 23.09.2013, 09:03

Nach der Wahl...

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...ist vor der Wahl?

Was ist denn jetzt eigentlich? Mutti freut sich, ist aber haarscharf an der absoluten Mehrheit vorbei, die sie auch nur erreicht hätte, weil 2 Parteien knapp an der 5 Prozent Hürde scheiterten und nur noch 4 Parteien im Bundestag sitzen. Zählt man die Prozente von AfD, FDP, Piraten und Sonstigen zusammen, dann kommt man auf 15,8 Prozent der Wähler, die nicht im Bundestag vertreten werden. Schon eine enorme Zahl wie ich finde, über die mal wieder niemand spricht. Die 28,5 Prozent Nichtwähler mal ganz außen vor, aber die sind selber schuld.

Die anderen 3 Parteien sind mit ihrem Ergebnis allesamt nicht zufrieden. Die SPD ist von wenigstens 30 Prozent weit weg, die Linken haben vor allem im Osten verloren und die Grünen sind nicht mehr zweistellig.

Und nun sollen SPD oder Grüne Merkels neuer Sänftenträger werden? Eigentlich müsste vor allem die SPD schön bescheuert sein. Die letzte große Koalition hat die SPD pulverisiert. Die FDP wurde durch die aktuelle Koalition aus dem Parlament gekegelt. Wer ist der Nächste, Frau Merkel?

Alles Vernünftige(oder das, was als solches verkauft wird) wird weiterhin an Merkel hängen bleiben. Diese Frau ist so ein Wendehals ohne Rückrat, aber schafft es eben, dass man nichts Negatives mit ihr in Verbindung bringen kann. Scheiß auf Inhalte, die Deutschen wollen scheinbar eine Königin. Bin mal gespannt, ob sie nen Hofnarr findet. Schwarz-Grün hätte in der Tat was und bei den Grünen wird es nicht Wenige geben, die damit liebäugeln, auch wenn die Basis evtl. Probleme machen könnte.

Und für Rot-Rot-Grün ist man zu feige. Wenn man mal ein paar Kernpunkte wie Mindestlohn, faires Gesundheitssystem oder höherer Spitzensteuersatz bemüht, dann muss man doch mal einsehen, dass sowas nur noch in dieser Konstellation zu machen ist. Eine rot-grüne Mehrheit sehe ich auf absehbare Zeit nicht mehr in diesem Land. Und wenn ich diese Forderungen habe, dann muss man sich bei allen 3 Parteien mal Gedanken machen, ob man nur leere Reden schwingt oder ob man dann auch mal den Mumm hat, das auch umzusetzen.

Die FDP ist raus. Haben die Deutschen vielleicht doch gelernt, oder bleibt diese Wohltat ein kurzes Intermezzo? Mittlerweile dürfte auch die FDP begriffen haben, dass es letztendlich darum geht, die richtigen optischen Köpfe an der Spitze zu haben. Da hat es nicht mal geholfen, Westerwelle die letzten Jahre mehr oder weniger vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Auch Herrn Brüderle als neues Gesicht der FDP zu verkaufen, ist verständlicherweise gescheitert. Man wird Lindner an die Front setzen und dann werden die 5 Prozent auch wieder geknackt.

Um zum Ausgangspunkt zurück zu kommen, ich halte Neuwahlen bevor die 4 Jahre um sind, für ziemlich wahrscheinlich. Allerdings könnte es dann passieren, dass die AfD die restlichen Stimmen zusammenkratzt. Wobei sich bis dahin die FDP dann auch saniert haben wird und ihrer Rolle als Mehrheitsbeschaffer wieder gerecht werden könnte.
Mathias Hain: "Wir standen zwei Mal im Pokal-Halbfinale und waren fünf Jahre in der ersten Liga. Da darf man doch jetzt nicht so schlecht dastehen"

Arabi raus! Trainer verpflichten!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »LeckerKnoppers« (23.09.2013, 09:04)


coppi.reit

unregistriert

2

Montag, 23.09.2013, 11:48

RE: Nach der Wahl...

Die Erkenntnisse aus dieser Wahl:
- Viele Menschen lassen sich von den populistischen Aussagen einer Regierung viel zu leicht blenden
- Sie finden scheinbar sogar gefallen an dieser Stillstandspolitik
- Die CDU-Wähler, die vor vier Jahren ihrer Partei einen Denkzettel verpassen wollten und die FDP gewählt haben, sind reumütig zur Union zurückgekehrt
- Die Zahl der Menschen, die sich von den etablierten Parteien abwenden, wird immer größer

Wirklich überraschen tut davon nichts.
Lediglich beim letzten Punkt, wieso eigentlich keiner fragt, warum das so ist.

Die SPD hat zwei entscheidende Fehler gemacht.
Steinbrück war der falsche Spitzenkandidat und die Verweigerung gegenüber den Linken war mMn der noch größere Fehler.
Sicher hätte sie eine Koalitionsbereitschaft gegenüber den Linken einige Stimmen gekostet, aber ich denke, dass es so noch mehr gewesen sind.
So manch potenzieller SPD-Wähler wird mit dem sicheren Wissen, dass es für Rot-Grün auf keinen Fall reichen würde, sie eben erst gar nicht gewählt haben.
Je länger sich die SPD gegen eine Zusammenarbeit mit den Linken sträubt, desto mehr Wähler wird sie verlieren.
Eine Regierung unter SPD-Führung wird es so auf sehr lange Sicht hin, gar nicht mehr geben.
Ob sie das so wollen?

Jetzt gibt es rein rechnerisch vier Optionen, von denen drei zumindest möglich erscheinen.
Am ehesten kann ich mir noch schwarz-grün vorstellen.
Vor gar nicht langer Zeit, eine völlig unvorstellbare Kombination.
Aber die Grünen unterscheiden sich ja auch schon längst nicht mehr, von diesem politischen Einheitsbrei.

Ich wundere mich aber schon etwas, dass viele die große Koalition schon so sicher kommen sehen.
Warum sollte sich die SPD das nochmal antun?
Sie war der große Verlierer beim letzten Mal.
Und es wäre doch sicher wieder so, dass positive Dinge der Union angerechnet würden und die negativen der SPD in die Schuhe geschoben würden.
Bei der nächsten Wahl würde die CDU weiter zulegen und die SPD wieder stark verlieren.
Also warum?

Ich hätte es unter diesen Umständen sogar gut gefunden, wenn die Union alleine hätte regieren können.
Denn dann würde sie auch die alleinige Verantwortung für die schlechte Entwicklung tragen.
Vielleicht wäre dann ja doch mal der ein oder andere endlich wach geworden.
Aber mit ein, zwei Flutkatastrophen und ein paar tausend Pseudo-Arbeitsplätzen mehr, würde sie sich sicherlich auch über 2017 hinaus, die Macht erhalten, da bin ich mir sicher.
Nach dem "ewigen" Kohl, nun also die "ewige" Merkel - es bleibt einem nichts erspart. :rolleyes:

So oder so, das Gewurstel geht weiter.
Wieder vier Jahre, in denen sich an grundlegenden Dingen in diesem Land nichts ändern wird.
Da ich dies aber ohnehin nicht erwartet habe, hält sich meine Enttäuschung stark in Grenzen.

Das einzig Positive finde ich, ist dass die FDP raus ist.
Sehe es aber auch nur für einen begrenzten Zeitraum.

Neuwahlen vor 2017?
Glaube ich nicht dran.
Tante Merkel wird das, egal mit wem, auf jeden Fall durchziehen.
Im Aussitzen von Problemen hat sie ja schon genug Erfahrung gesammelt.

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3

Montag, 23.09.2013, 12:27

Also ich sehe das Wahlergebnis positiv. Für mich war das wichtigste, dass die FDP aus dem Bundestag fliegt (und das sage ich als ehemaliger FDP Stammwähler). Die FDP hat einen desaströsen Wahlkampf hingelegt und sich mit der Mitleidskampagne nach der Bayern-Wahl selber noch die Krone aufgesetzt. Dass das vom Wähler bestraft wurde, finde ich bemerkenswert und sehr befriedigend. Das ist eine klare Aussage vom Wähler und die hätte ich ihm ehrlich gesagt nicht zugetraut.

Und die 42% für die CDU muss man einfach akzeptieren. Ich finde auch, dass die Inhalte bei der CDU zu kurz gekommen sind. Dennoch hat dieses starke Ergebnis von Frau Merkel eine klare Aussage: Einem großen Teil der Bevölkerung geht es offensichtlich sehr gut. Und demnach sind die meisten Menschen offensichtlich sowohl mit der Politik von Frau Merkel als auch mit Frau Merkel als Kanzlerin zufrieden. Das ist eine klare Aussage und dagegen kann man in meinen Augen wenig einwenden, auch wenn man selber anderer Meinung ist.

Die SPD hat in Steinbrück in meinen Augen einen falschen Kandidaten ins Rennen geschickt. Es war auch unglücklich, dass Steinbrück im Vorfeld ein Mitwirken in einer großen Koalition ausgeschlossen hat. Das war ja von Vornherein die wahrscheinlichste Konstellation und in der steht der Spitzenkandidat nicht zur Verfügung. Wieso sollte man so jemanden dann wählen?

Ich halte es übrigens für richtig, dass die SPD nicht mit der Linken koalieren möchte. Gabriel hat das in der Berliner Runde vor der Wahl auch wunderbar begründet. Die Mehrheit für rot-rot-grün wäre sehr, sehr eng. Aktuell sieht es wohl so aus, dass rot-rot-grün in etwa eine Mehrheit von 8 Sitzen hat. Das ist stabiler als zunächst angenommen. Dennoch ist die Linke selber noch so jung und innerlich so zerrissen zwischen Realos und dem radikaleren Teil aus dem Westen, dass ich die Linke einfach nicht für zuverlässig halte, wenn es zu knappen Abstimmungen käme. So kann man kein Land regieren.

Ich persönlich finde es schade, dass es nicht für eine absolute Mehrheit für die CDU gereicht hat. Für die politische Kultur in Deutschland wäre das sehr gut gewesen. Davon hätten alle Oppositionsparteien profitiert und Zeit gewonnen, sich neu zu sortieren. In einer großen Koalition wird zwingend die SPD leiden wie schon vor 4 Jahren. Schwarz-Grün kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Da gibt es ja kaum Übereinstimmungen im Wahlprogramm.

Die FDP wird sich neu orientieren müssen. Rösler ist ja schon zurückgetreten. Ich hoffe, dass sich die FDP wieder auf ihre alten Werte und wieder ein Stück sozial-liberaler orientieren wird. Mehr Bürgerrechte, stärkere Orientierung an den Mittelstand und nicht an die Großindustrie. Ich schätze, dass sich jetzt Lindner und Kubicki in Position bringen werden, um das Ruder in der FDP zu übernehmen.

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4

Montag, 23.09.2013, 12:34

Ich denke man kann nur froh sein das die CDU/CSU nicht die alleinige Macht haben. Sonst wäre es fast sicher das Seehofer mit seiner PKW Maut durchkommen würde. Und wer glaubt das das dann nur für Ausländische Fahrzeuge gelten würde hätte sich wohl verrechnet
------------------Pokalhalbfinalsiegerbesieger 2011 :arminia:----------------

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5

Montag, 23.09.2013, 12:39

Die PKW Maut hat Merkel ja ausgeschlossen. Und wenn sie gekommen wäre, dann für alle Autofahrer, nicht nur für Ausländer. Das ist rechtlich gar nicht anders möglich wegen des EU-Rechts.

Für die PKW Maut wäre dann vermutlich die KFZ-Steuer gekippt worden. Aber wir haben hier in Deutschland echt andere Probleme als die überflüssige PKW Maut. :P

6

Montag, 23.09.2013, 13:10

Zitat

Original von Andreas2909
Die PKW Maut hat Merkel ja ausgeschlossen. Und wenn sie gekommen wäre, dann für alle Autofahrer, nicht nur für Ausländer. Das ist rechtlich gar nicht anders möglich wegen des EU-Rechts.

Für die PKW Maut wäre dann vermutlich die KFZ-Steuer gekippt worden. Aber wir haben hier in Deutschland echt andere Probleme als die überflüssige PKW Maut. :P


Das ist richtig - Probleme, die nun die nächsten 4 Jahre wieder ausgesessen und nicht angegangen werden.

coppi.reit

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7

Montag, 23.09.2013, 13:22

@ Andreas

Die Linken hältst du nicht für regierungsfähig, schwarz-grün kannst du dir überhaupt nicht vorstellen und die große Koalition siehst du auch als Nachteil für die SPD.
Aber was dann?
Dann blieben doch nur sofortige Neuwahlen.

Sollte es sogar dazu kommen, weil alle möglichen Konstellationen nicht zustande kommen, dann würde mMn die CDU davon profitieren.
Bei einer sofortigen Neuwahl schaffen die dann sogar die absolute Mehrheit.
Aber auch nur, weil die Wähler keine Lust auf ein unendliches Prozedere haben und nicht aus Überzeugung.

Wirklich vorstellen kann ich mir schwarz-grün auch nicht, aber ich halte das noch für am Wahrscheinlichsten.
Die werden sich schon irgendwie zusammenraufen.
Die SPD konnte auch langezeit nicht mit den Grünen und dann ging es auf einmal doch.
Ob es gutgehen würde, ist natürlich eine ganz andere Frage.

Wenn die SPD in die große Koalition gehen sollte, würde sie sich mMn noch unglaubwürdiger machen, als wenn sie auf einmal doch mit den Linken könnte.
Das würde sie langfristig wieder viele Wähler kosten.

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8

Montag, 23.09.2013, 13:33

Oh, da habe ich mich unklar ausgedrückt. :) Es wird die große Koalition geben. Eine andere Option gibt es ja nicht - jedenfalls keine realistische. Ich sehe die große Koalition auch als Nachteil für die SPD. Das wird sie vermutlich wieder Stimmen kosten, das ist richtig. Vor allem mit einer derart starken CDU. Aber es wird die große Koalition werden. Mit Sicherheit.

Bei sofortigen Neuwahlen käme die FDP vermutlich wieder in den Bundestag und es gäbe schwarz-gelb. Dazu wird es aber nicht kommen, warum auch!?

Schwarz-Grün halte ich für extrem unwahrscheinlich. Es gibt wirklich fast kaum Schnittmengen mit den Grünen. Allein in der Energiepolitik könnte die Meinung nicht konträrer sein. Das gleiche gilt für Fragen in der Agrarpolitik. Dann noch das Betreuungsgeld - ich sehe da kaum eine Schnittmenge.

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9

Montag, 23.09.2013, 17:10

Rot-Grün-Rot wäre mutig und warum eigentlich nicht? 4 weitere Jahre alles aussitzen (Ach nee, das heißt ja Politik der ruhigen Hand... :wall) ist nicht wirklich erstrebenswert und steht für ne große Koalition...
Arminia Bielefeld Quo vadis?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Pacman« (23.09.2013, 17:11)


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10

Montag, 23.09.2013, 17:29

Also ich kann sehr gut verstehen, dass die SPD keine Koalition mit der Linken anstrebt. Es gibt dafür diverse, gute Gründe. Ich halte die Linke (noch) nicht für regierungsfähig. Es ist erst ein Jahr her, da hat man sich auf Vorstandsebene noch selber zerfleischt als es um die Besetzung der Parteispitze ging. Die Partei drohte vor einem Jahr noch zu zerfallen, zu zerstritten sind der Teil aus dem Westen und der Teil aus dem Osten. Die Linke konnte sich selber nur schwer auf ein eigenes Programm einigen, da halte ich es für ausgeschlossen, dass die Partei bei strittigen Entscheidungen im Bundestag geschlossen abstimmt, wenn es z.T. eher gegen die eigenen Überzeugungen geht. Speziell der ideologische Teil der Partei aus dem Westen (mit z.T. Antideutschen) ist eigentlich prädestiniert, dort auszuscheren.

Dann gibt es immer noch den Konflikt mit Oskar Lafontaine, der die SPD erst in diese wirklich schwere Krise gestürzt hat. Ohne ihn gäbe es die Linke heute wohl nicht und er ist nach wie vor ein wichtiger Mann in der Partei. Wie soll der jetzt mit der SPD zusammenarbeiten? Das kann doch nicht gut gehen.

Zuletzt muss man auch sagen, dass die SPD im Vorfeld kategorisch Rot-Rot-Grün ausgeschlossen hat. Das mag im Nachhinein als Fehler erscheinen, wenn man die aktuellen Mehrheitsverhältnisse betrachtet, aber de facto stünde man als Wortbrecher da und müsste sich das bis ans Ende aller Zeiten von den Wählern vorwerfen lassen.

Abgesehen davon wollen die meisten Menschen in Deutschland laut Umfragen ja eine große Koalition. Das ist nun mal der Wunsch der Bevölkerung, von daher ist es nur legitim, wenn es dazu kommt.

coppi.reit

unregistriert

11

Montag, 23.09.2013, 18:27

So harmonisch geht es in anderen Parteien aber auch nicht immer zu.
Das laut Umfragen viele eine große Koalition (gK) wollen, ist auch durchaus verständlich.
Aus Reihen der Menschen, die der CDU nahe stehen sowieso.
Denn letztendlich wird die Union in dieser Verbindung immer besser dastehen, als die SPD.
Eine Koalition mit den Grünen würde nicht nur aus inhaltlichen Gründen schwieriger, sie wäre auch absolutes Neuland.
Und ganz allgemein zieht der Mensch immer das vor, was er schon kennt, selbst dann, wenn es nicht so gut war.

Und Wortbruch ist in der Politik doch auch nicht wirklich etwas Unbekanntes.
Mir fällt da spontan immer die MWSt-Rechnung 16+2+0=19 ein. :lol:
Das haben die Wähler doch schon längst wieder vergessen.
Und wäre es nicht ebenso ein Wortbruch, wenn eine Partei mit dem Ziel die Stärkste zu werden und den Kanzler zu stellen in den Wahlkampf zieht, dann aber nur den kleinen Partner in der Regierungskoalition geben würde?
Ich finde schon.

Es gibt zwei Parteien, die den Anspruch auf das Führen einer Regierung erheben.
Eine gK kann im Ausnahmefall und für einen begrenzten Zeitraum durchaus mal eine Lösung sein.
Nur wenn es sich in kurzen Abständen wiederholt oder gar zur Dauerlösung wird, verliert die kleinere der beiden Parteien auf Dauer diesen Anspruch, bzw. sie gibt ihn in den Augen der Wähler langsam auf.
Es droht dann die Gefahr, dass die führende Partei langfristig eine viel zu große Macht bekommt.
Für eine Demokratie ist dies sehr schädlich.

In meinen Augen wäre die SPD daher gut beraten, sich nicht wieder auf die gK einzulassen.
Sie sollte in der Opposition bleiben, sich neu aufstellen, schon so langsam mal einen Kanzlerkandidaten für 2017 ausgucken und vor allem ihre Haltung gegenüber den Linken überdenken.

Ich fürchte allerdings auch, dass es in Reihen der SPD zu viele "regierungsgeile" Personen gibt und das es daher zur gK kommen wird.
Es lebe der Stillstand. :rolleyes:

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »coppi.reit« (23.09.2013, 18:36)


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Montag, 23.09.2013, 19:11

Grundsätzlich sehe ich da einiges ähnlich wie du. Die Frage ist allerdings nach Konsequenzen, wenn die SPD eine große Koalition absagt. In der öffentlichen Wahrnehmung stünde die SPD ziemlich sicher als Blockierer da. Und sollte es doch noch zu Neuwahlen kommen, würde die FDP vermutlich genügend Leihstimmen erhalten, damit es wieder zu schwarz-gelb reicht.

Ganz so einfach ist es dann eben nicht. Ich glaube, die SPD pokert jetzt ein wenig, um den Preis für die große Koalition etwas hoch zu treiben.

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13

Montag, 23.09.2013, 19:22

RE: Nach der Wahl...

Zitat

Original von LeckerKnoppers

...
Alles Vernünftige(oder das, was als solches verkauft wird) wird weiterhin an Merkel hängen bleiben. Diese Frau ist so ein Wendehals ohne Rückrat, aber schafft es eben, dass man nichts Negatives mit ihr in Verbindung bringen kann. Scheiß auf Inhalte, die Deutschen wollen scheinbar eine Königin.
...


Findest du dich eigentlich nicht selbst peinlich, wenn du dem Großteil der Wähler unterstellst, sie würden keinen Wert auf politischen Inhalt legen?
Hast du mal darüber nachgedacht, daß die Menschen es schätzen, in solch guten und stabilen Verhältnissen zu leben und deshalb dieses eindeutige Bekenntnis zur Kanzlerin abgegeben haben?
Nur weil du dich gern auf ein rotes Abenteuer eingelassen hättest, musst du anderen nicht ihr Urteilsvermögen absprechen.
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Stefan Ortega nach dem 2:1-Heimsieg gegen Unterhaching

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Montag, 23.09.2013, 19:32

Mal sehen wie lange das noch gut geht, mit dem Stil der Merkel.
Zumindest sind sie die FDP los. Das ist ja schonmal was.

Allerdings kommen harte Zeiten auch auf Deutschland zu. Der derzeitige "Boom" ist doch blos ein kleines Zwischenhoch vor dem nächsten Absturz.
Wir werden uns bestimmt schon bald wieder mit den Banken, dem Kapitalismus usw. beschäftigen müssen.

Das wäre allerdings mit jeder Regierung so gewesen. Da traut sich keine Partei dran, an dieses Thema, weil die Gesellschaft dieses derzeitige System so extrem uninformiert schluckt und es leider kaum in Frage stellt. Es gibt zwar einige Personen die das tatsächliche Problem schon erkannt haben - es sind aber zu wenige.

Eine Rot-Rot-Grüne Koalition hätte da aber mMn bessere Konzepte, die Menschen vor dem Totalzusammenbruch zu retten. Aber ich lass die jetzt mal machen und lehne mich zurück und warte darauf, dass das ganze Kartenhaus zusammenbricht.

Übrigens muss man der Merkel eines lassen: Sie versteht es sich und ihre Politik zu verkaufen. Und deswegen ist sie auch von so vielen gewählt worden.

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15

Montag, 23.09.2013, 20:05

Generell sollten die im Bundestag vertretenen Parteien auch untereinander koalitionsfähig sein und nicht gleich Neuwahlen herbeireden. Schwarz-rot schließe ich wegen der zu geringen Schnittmenge aus. Bleibt also die große Koalition.
Letztlich wird die SPD diesen Weg mit der CDU gehen müssen, um nicht als Blockierer ins Abseits zu geraten, auch wenn die Gefahr groß ist im Schatten von "Mutti" zu verschwinden. Dafür muss ein klarer Koalitionvertrag her, der Themen wie "Abschaffung des Betreunungsgelds, Mindestlohn, Reform der Krankenversicherung und ähnliche Dinge regelt. Da gibts dann für beide Seiten reichlich Kröten zu schlucken, aber eine andere Chance sehe ich nicht.
Tja, und zum Ausscheiden der FDP kann man den Herren Rösler, Brüderle und Co nur mit auf den Weg geben : "so ist das, wenn befristete Arbeitsverträge nicht verlängert werden..." . Liberalismus halt , und zwar des Wählers.
Meine Jahre der Leidenschaft
Bundesligaaufstiege:
1970,1978,1980,1996,1999,2002,2004,2020
03.10.1970:Arminia-Bayern1:0;Braun
10.03.1979:Bayern-Arminia 0:4
Eilenfeld (2),Graul,Schröder
06.11.1982: Dortmund-Arminia11:1
13.02.2005:Arminia-Bayern 3:1;Porcello,Buckley(2)



:arminia: Wir sind Ostwestfalen-stur·hartnäckig·kämpferisch :arminia:

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16

Montag, 23.09.2013, 20:12

Bis auf " Rechtsaussen " scheinen sich hier ja nur frustrierte Genossen zu äussern ?!

Also erstmal muss man Frau Merkel gratulieren ( auch wenn ich sie oder die FDP dieses Mal nicht gewählt habe ), das ist für sie und ihre Partei ein tolles Wahlergebnis. Dennoch ist sie irgendwie die tragische Siegerin.
Ihr Vorhaben, schwarz-gelb fortzusetzen, wurde nicht erreicht. Für eine eigene und im Vorfeld nicht mal erträumte absolute Mehrheit hat es auch nicht gereicht.

Nun hat sie also die Aufgabe, SPD oder GRÜNE zu überzeugen und das wird beides nicht leicht. Inhaltlich ist man mit beiden teilweise sehr weit auseinander. Trotzdem scheint eine Einigung mit der SPD wahrscheinlicher, als mit den GRÜNEN. Das hat aber durchaus personenbezogenen Charakter. Wer solch finstere Gestalten wie Göring-E und besonders Trittin und Beck in seinen Reihen hat, wird wohl kaum ernsthaft als Regierungspartner der Union in Betracht gezogen werden. Es würde also alles nach einer großen Koalition riechen, wäre da nicht der absolut machtbesessene Herr Gabriel. Dem traue ich den sofortigen Wortbruch gegenüber den SPD-Wählern zu. Bei dem Mann ist alles dring, zwischen " Rauswurf " und Kanzler werden. Ich denke, er will zu gerne Kanzler werden und wird darum alles dran setzen, die große Koalition nicht Realität werden zu lassen. Ich halte somit eine ROT-ROT-GRÜNE Regierung nur dann für ausgeschlossen, wenn die SPD Sigmar Gabriel spätestens am Freitag ( kleiner Parteitag ) einfängt und an die Luft setzt. Verdient hat er es allemal. Es ist sicherlich nicht die Alleinschuld von Peer Steinbrück, dass die SPD erneut ein Fiasko erlebt hat.
Dem ganzen Kaschperltheater würde die Krone aufgesetzt, wenn diese Partei nun den Willen der Wähler beugen würde. Aber das wäre natürlich auch zu typisch, siehe NRW-Minderheitsregierung.

Ich kann nur hoffen, dass dieses Land vor Steinzeit- und Postkommunisten verschont bleibt. ROT-ROT-GRÜN wäre nicht einfach nur ein Schreckgespenst, es wäre der blanke Horror und der blanke Hohn. Ich möchte daran erinnern, eine DDR hat gereicht.

Die SPD sollte sich dem Auftrag der Wähler stellen, als zweitstärkste Partei an der Regierung - unter Unionsführung - beteiligt zu sein. Nur so kann man glaubhaft bleiben.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sparrenburger« (23.09.2013, 20:13)


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Montag, 23.09.2013, 20:24

Zitat

Original von Sparrenburger
Ich kann nur hoffen, dass dieses Land vor Steinzeit- und Postkommunisten verschont bleibt. ROT-ROT-GRÜN wäre nicht einfach nur ein Schreckgespenst, es wäre der blanke Horror und der blanke Hohn. Ich möchte daran erinnern, eine DDR hat gereicht.


Immer diese unqualifizierten Aussagen mit "alles Kommunisten" und "die DDR kommt zurück". Sicherlich hast du dich nicht wirklich mit dem Parteiprogramm der Linken auseinandergesetzt.

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18

Montag, 23.09.2013, 20:37

Naja, das mit den unqualifizierten Äusserungen ist so ein Sache. Typisch für die deutsche Linke, dem politischen Gegner grundsätztich Unwissenheit und sonstiges zu unterstellen.

Ist mir HIER in diesem Forum aber auch echt egal.

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19

Montag, 23.09.2013, 20:49

Zitat

Original von RalfBSM

Zitat

Original von Sparrenburger
Ich kann nur hoffen, dass dieses Land vor Steinzeit- und Postkommunisten verschont bleibt. ROT-ROT-GRÜN wäre nicht einfach nur ein Schreckgespenst, es wäre der blanke Horror und der blanke Hohn. Ich möchte daran erinnern, eine DDR hat gereicht.


Immer diese unqualifizierten Aussagen mit "alles Kommunisten" und "die DDR kommt zurück". Sicherlich hast du dich nicht wirklich mit dem Parteiprogramm der Linken auseinandergesetzt.


Wundert es dich, wenn sich der Großteil der Bevölkerung aufgrund der benutzten Schlagwörter der Linken nicht mit dem Parteiprogramm auseinandersetzt?
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coppi.reit

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20

Montag, 23.09.2013, 21:03

Frustriert?
Sicher nicht.
Höchstens ernüchtert.
Und frustriert wäre immer noch besser, als Angst vor dem Kommunismus. :lol:
Ich bin sogar ein klein wenig positiv überrascht, da ich doch damit gerechnet hatte, dass die FDP die 5% doch noch knapp schaffen würde und damit alles beim alten geblieben wäre.
So gibt es nun zwangsläufig wenigstens eine kleine Veränderung.

Mich verwundert aber auch, wie die Politiker-Parolen und Sprüche der Medien sich bei vielen regelrecht eingebrannt haben.
"Der Auftrag des Wählers als zweitstärkste Partei..."
Ich glaube kaum, dass die große Mehrheit der SPD-Wähler sie mit ihrer Stimme auf dem zweiten Platz haben wollte.

Und auch dieses Gelaber von großem Vertrauen und Rückhalt durch den Wähler.
So sollte man diese Umfragen, nach denen sich die Menschen Merkel als Kanzlerin wünschen, mal etwas relativieren.
Wenn mich z.B. jemand fragt, wen ich mir eher als Deutschen Meister wünsche, Dortmund oder Bayern, dann werde ich auch Dortmund antworten.
Aber nur, weil ich die Bayern noch weniger mag als die Dortmunder.
Die Menschen entscheiden bei so etwas doch oft nur nach dem kleineren Übel und nicht aus einer Sympathie oder gar Überzeugung heraus.
Das politische Interesse ist bei vielen gar nicht oder nur sehr eingeschränkt vorhanden.
Viele wählen nur, weil sie es für ihre moralische Pflicht halten.
Aus irgendwelchen Prozentzahlen eine große Zustimmung und Zufriedenheit abzuleiten, ist daher schlichtweg falsch.
Ich kenne genug Leute, die von der Politik in diesem Lande die Schnauze schon lange gestrichen voll haben und denen es auch mittlerweile völlig egal ist, ob da nun schwarz, rot oder lila an der Macht ist.