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21

Mittwoch, 19.02.2003, 18:01

Wer die stärkste Lobby hat gewinnt

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Zitat

Original von Gönner

Der unterschied ist nämlich das beim 1. Skandal Arminia und Offenbach am härtesten Bestraft worden sind, aber erwiesenermaßen nur Mitläufer waren.

Hier weiß man nocht nicht genau welche Dimensionen es annehmen wird. Aber bestimmt wird es sie nbcht auf kleine Vereine ausdehnen, denn wenn alle bestochen worden sind, dann hätte man nichts von keiner Eigen Vereinsvermagtung gehabt, als Unternehmen.

Ist klatr das MV gleich für den FCB patei ergreift. Er hat im Stadion als "neutraler" DFB Vorsitzender ja gejubelt als Bayern Meister wurde.

Und selbst Uli Hoeneß hat zugegeben das da zumindest etwas war, unabhänig davon ob es wirklich genau so schlimmw ar oder ob da etwas anderes war, so hat MV natürlich gleich OHNE irgendetwas zu wissen abgewiegelt. Wenn man nichts weiß einfach mal Fresse halten!

MV gewinnt bei mir immer mehr seit Beginn seiner Amtszeit den Eindruck eines Verbrechers. Aber wir stehen wiedermal vor einer WM. Wenn da wirklich ein großer Skandal hinter steht, dann wird das wieder schön unter den Teppig gekehr, wie Anfang der 70ziger auch. Kennt man ja. Fußballmafia halt.


Muss ich zustimmen!

Aber es ist nicht ein "Unterschied" sondern vielmehr "dasselbe"!! Es kommt halt darauf an, was für eine Lobby hinter dem vermeintlichen Schuldigen steckt. Und da werden die sogenannten Grossen der Liga natürlich klar bevorteiligt. Heute werden kleine Vereine immernoch verheizt. Dafür duften und dürfen die Grossen, damals wie heute noch immer machen was sie wollen. Der DFB hält seine schützende Hand stets über seine Lieblinge, siehe Frankfurt und Kaiserslautern. Da wird sich nie etwas wirklich ändern.

22

Mittwoch, 19.02.2003, 18:40

Es wird nichts passieren!

Gar nichts wird passieren.

Einem Hoeness und Bayern München wird nicht vor den Koffer geschissen!

Ich vermute mal das wie folgt das ganze abgehandelt wird, das endet wie das Hornberger Schiessen.

Als Ergebnis kommt heraus, das Bayern München einen eigenen Vertrag mit Leo Kirch ausgehandelt hat, der zu den MArketingaufgaben von Bayern München gehoert und nichts mit der Vergabe von Fernsehrechten an Leo Kirch zu tun hatte.

Bayern München bekommt keine Strafe aufgebrummt, weder Lizensrechtlich noch anderer Art, weder von der DFL noch vom DFB.

Klagen von kleineren Vereinen werden als unbegründet abgewiesen und die Vereine die die Klage eingereicht haben, müssen evtl. aufgetretene Prozeßkosten des DFB oder der DFL tragen!

Bayern München wird sich um des Friedens Willen dazu herablassen 10 Millionen an alle Proficlubs insgesamt zu zahlen je nach "Marktanteilen" der Fernsehrechte und stehen am Ende noch als die Hirarchen da die sich dazu herablassen den kleineren Vereinen eine Spende zukommen zu lassen!

Wäre es nicht so ernst, dann wäre diese Posse wirklich zum Lachen!:nein:

Ich bin aber ehrlich der Meinung, das nicht viel unternommen wird und man braucht wirklich keinen anderen verein heranholen zum Vergleich, weil die mit Sicherheit nicht so behandelt würden, selbst Dortmund nicht, geschweige denn Leverkusen oder Arminia Bielefeld.! :pillepalle:


SWB Gruß
Bennobarkeeper
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23

Mittwoch, 19.02.2003, 19:04

irgendwann zahlt jeder seine rechnung!
auch der fcb !

und dann werde ich tanzen auf der der strasse und nen dicken haufen auf ne bayern-fahne scheissen !!
Es gibt Leute, die keine Ahnung davon haben, daß sie keine Ahnung haben.

24

Mittwoch, 19.02.2003, 19:06

gerade lief RTL aktuell.
nicht ein wort von dem skandal....... die wege des geldes sind manchmal unergründlich. :pillepalle:
Es gibt Leute, die keine Ahnung davon haben, daß sie keine Ahnung haben.

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25

Mittwoch, 19.02.2003, 19:30

Das steht alles fest!

Habe gerade bei N-TV einen etwas ausführlicheren Bericht darüber gesehen.

Nicht viel neues, aber es stehen 4 Sachen definitiv fest:


1. Bayern hat Geld in höhe von mindestens 15 Mio. Euro von Kirch erhalten. (Mein Kommentar: :lol: )

2. Bayern hat seine Meinung von "Pro Eigenvermarktung" um 180° gedreht hin zum Kontra, was für Kirch positiv war, gedreht. (Bayern machte dies natürlich ganz uneigennützig, damit die DFL das fair und vorallem solidarisch verteilen kann (laut Aussage von Uli H.) )
(Mein Kommentar: Wer glaubt denn sowas?! :pillepalle: )


3. Lautangaben soll Kirch bei Bayern ähnlich Marketing-Aufgaben übernommen haben, wie es sonst die UFA usw. tun. (Mein Kommentar: Klar eine Fehrnsehgesellschaft. Wers glaubt :unschuldig: )

4. MV dementiert Anfragen diesbezüglich sofort, anstatt einfach nur zu sagen: "Höre ich zum ersten mal, muß mich erst schlau machen" (Mein Kommentar: War ja klar! Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, die sind doch bestimmt auf du! :bier: )
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26

Mittwoch, 19.02.2003, 20:53

Man sollte ne Bundesweite Protest AKtion gegen den DFB gegen die DFL starten und sich diesen SCheiss Betrug und diese schiebung nicht mehr gefallen lassen!
Come on you Boys in Blue
:arminia:
A.C.A.B.

ACHT.COLA.ACHT.BIER


Onkelz 4 ever !

27

Mittwoch, 19.02.2003, 21:08

Erst mal abwarten

Bevor man hier jetzt gleich noch das Kriegsbeil ausgräbt ;) sollten wir erst einmal abwarten das noch mehr Infos dazu bekannt werden.

Auch vor Gericht und vor der Gesellschaft gilt der Grundsatz: Jemand ist so lange unschuldig bis er verurteilt worden ist! Also sollten wir uns auch bei Bayern und der "Kirchgeschichte" so verhalten !


SWB Gruß
Bennobarkeeper
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28

Mittwoch, 19.02.2003, 23:27

meint ihr warum der fc bayern nur ne kurze Pressemitteilung heraus gegeben hat. Man will die Sache ganz klein halten und das wird auch seine Gründe haben. Warten wir doch mal morgen den kicker ab.

Wenn alles mit rechten dingen zugegangen wäre, hätte uli sich schon vor der presse aufgeregt.

Auf die DFL brauchen wir nicht hoffen. Die werden nichts aufdecken. Man kann nur auf die Presse hoffen...und wer weiß, mit wem die Bayern noch Geheimverträge haben *gg*
Never argue with an idiot, he'll just drag you down to his level and beat you with experience


Managerspiele haben Menschen glauben lassen sie könnten einen Bundesligaverein führen.

29

Donnerstag, 20.02.2003, 09:29

Süddeutsche Zeitung

Ein eiskaltes Manöver

Die Enthüllung eines fragwürdigen Vertrages mit der Kirch-Gruppe bringt den FC Bayern in Bedrängnis


München – Am Mittwoch waren die Chefs des FC Bayern mit der leuchtenden Zukunft ihres Klubs beschäftigt. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge besuchten die Baustelle des neuen Stadions in Fröttmaning. Störend kam ihnen dort jedoch die Vergangenheit in die Quere.

So kommt’s im Sportgeschäft, in dem manchmal Verträge gezeichnet und Beträge gezahlt werden, an die sich hinterher niemand mehr erinnern mag. Einen solchen Fall enthüllte gestern das Manager Magazin. Der FC Bayern hat im Dezember 1999 mit der inzwischen insolventen Mediengrupppe Kirch, dem TV-Partner der Bundesliga, heimlich ein Abkommen geschlossen, das dem Klub über mehrere Jahre bis zu 190 Millionen Mark einbringen sollte. Nach Angaben eines langjährigen Kirch-Managers hat sich der Konzern so die Zustimmung des FC Bayern zur gemeinsamen TV-Vermarktung der Bundesliga durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) erkauft. „Wir haben den FC Bayern als bezahlten Lobbyisten betrachtet“, sagt der Kenner des umfangreichen Kontraktes der SZ.

In den Jahren zuvor hatten Rummenigge und Hoeneß immer wieder den Plan vertreten, die Vereine sollten ihre Bundesligaspiele auf eigene Rechnung an das Fernsehen verkaufen dürfen. Später machte der FC Bayern den Weg frei zur weiteren Zentralvermarktung durch den DFB – und damit für die Verlängerung der TV-Verträge mit Kirchs Kanälen Premiere und Sat1. Der Medienhändler honorierte den Krösus fürstlich: Noch vor der Kirch-Pleite erhielt er 40 Millionen Mark. Klingt wie ein eiskaltes Manöver.

Hat der FC Bayern sich und seine Stimme, die in der Liga viel zählt, an Kirch verkauft? Ein schwerer Verdacht trifft da den ruhmreichen Klub, doch das sonst so wortgewaltige Management unternimmt wenig, ihm zu begegnen. Uli Hoeneß beschränkt sich auf das Nötigste. „Wir haben zwischen der Kirch-Gruppe und dem FC Bayern einen Vertrag geschlossen, in dem wir umfangreiche Vermarktungsrechte abgetreten haben. Dieser Vertrag wurde im Dezember vergangenen Jahres aufgelöst.“ So weit, so gut.

Verträge mit Vermarktern haben Ende der 90er Jahre fast alle Bundesligaklubs geschlossen. Nur der FC Bayern hat sich immer zugute gehalten, dass er frei sei von Verpflichtungen gegenüber Dritten. Was also verbirgt sich hinter dem vielfältig deutbaren Begriff Vermarktungsrechte? „Über Inhalte werde ich überhaupt keine Angaben machen – ich sag’ ja auch nicht, was in unserem Telekom-Vertrag steht“, antwortet Hoeneß. Im übrigen sei der Vertrag „sehr umfangreich“ gewesen, „zehn oder 15 Seiten, glaube ich.“ 15 Seiten, um genau zu sein.

Die „Auflösung“ des Vertrages soll dem Klub mit 30 Millionen Euro versüßt worden sein. Forderungen an Kirchs Insolvenzverwalter haben die Bayern übrigens nie gestellt. Rechtfertigungsbedarf weist Hoeneß von sich. Dass er 1999 vehement für die Einzelvermarktung eingetreten war , dementiert er nun: „Ich war immer für die zentrale Vermarktung, weil es der einzige Weg ist, den kleinen Vereinen Geld zukommen lassen.“ Den Vorwurf, durch den privaten Kirch- Vertrag auf fragwürdige Art Vorteile gegenüber der Konkurrenz erlangt zu haben, hält Hoeneß nicht für berechtigt: „Eine Wettbewerbsverzerrung können wir in keinster Weise in dem Vertrag erkennen.“ Auch, dass sich die Deutsche Fußball- Liga (DFL) der geheimen Vereinbarung annehmen könnte, macht ihn nicht unruhig. „Ich sehe darin kein Problem.“ Die DFL schon. Sie verlangt die „vollständige Offenlegung“ des Vertrages.

Auch in Leo Kirchs zerfallenen Imperium möchte heute niemand mehr auf diesen Vorgang angesprochen werden. „Das war doch alles Wahnsinn, auf was wir uns da eingelassen haben“, sagt ein langjähriger Kirch-Manager, der an dem Vorgang beteiligt war. Das viele Geld floss zusätzlich zu Kirchs offiziellen Zahlungen für die TV-Rechte der Liga, von denen der FC Bayern als Dauermeister am meisten profitierte. Der Großklub belässt es bei dem Hinweis, solche Verträge seien im Profifußball üblich.

Tatsächlich waren die Klubs vor einigen Jahren in der Medienbranche sehr begehrt, die Konzerne Kirch (Sat 1) und Bertelsmann (RTL) hofften auf das große Geld. Selbst ARD und ZDF nahmen Erst- und Zweitligisten unter Vertrag. Das Bundeskartellamt wollte die TV-Vermarktung durch den DFB kippen, jeder Verein sollte seine Heimspiele selbst verkaufen. Also trafen die Konzerne und Sender Vorsorge für diesen Tag X.

Wer da mit wem kungelte, das war freilich alles bekannt – bis auf den Kirch-Kontrakt der Bayern. Denn der wurde erst geschlossen, als die zentrale TV-Vermarktung längst gesichert war. Wolfgang Holzhäuser, Finanzdirektor bei Bayer Leverkusen, hatte sich bei den wilden Debatten 1999 für ein modifiziertes TV-Rechtemodell eingesetzt – in Absprache mit den Bayern, die geltend machten, sie täten dies auch „zum Wohle der Liga“. Holzhäuser sagt nun, er sei „erstaunt über diesen Vorgang. Wenn dem so wäre, dann wäre eine gewisse menschliche Enttäuschung nicht zu verhehlen“.

Sein Kollege Reiner Calmund „kann verstehen, wenn sich einige Vertreter über einen Verstoß gegen das Solidaritätsprinzip ärgern.“ Er würde wohl nicht dazu gehören: „Wir haben zwar keinen solchen Vertrag, aber ich hätte ihn auch nicht in den Reißwolf gesteckt.“ Hoeneß hatte sich übrigens im Herbst 1998 gebrüstet, man habe Kirchs Verlockungen immer widerstanden.

Klaus Ott/Philipp Selldorf
www.sueddeutsche.de

30

Donnerstag, 20.02.2003, 09:32

Tagesspiegel

Kirch sponserte die Bayern
Geheimer Millionen-Vertrag mit den Münchnern / Reiner Calmund: Das ist nicht in Ordnung

Von Robert Ide


Berlin. Ein bislang geheimer Millionen- Vertrag mit der Kirch-Gruppe hat den FC Bayern München in Erklärungsnot gebracht. Der Fußballverein soll von der insolventen Mediengruppe in den vergangenen beiden Spielzeiten insgesamt 40 Millionen Mark (20,5 Millionen Euro) kassiert haben. Kirch habe sich mit dem Geld die Zustimmung der Bayern zu einer zentralen Vermarktung der Bundesliga-Fernsehrechte erkauft, berichtete das „Manager-Magazin“ am Mittwoch. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) verlangte eine Offenlegung des Vorgangs.

Der FC Bayern bestätigte den Deal, der die Abtretung „umfassender Vermarktungsrechte“ an Kirch enthalte. Allerdings wehrte sich der Verein gegen den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung. „Viele andere Klubs haben ähnliche Verträge“, sagte Bayern-Sprecher Markus Hörwick auf Nachfrage. „Es hat niemand Dortmund oder Hertha BSC einen Vorwurf gemacht, als sie einen Vertrag mit dem Vermarkter Ufa abschlossen.“ Die Bayern betonten, der 1999 geschlossene Vertrag sei im Zuge der Kirch-Insolvenz Ende vergangenen Jahres aufgehoben worden.

Die anderen Bundesliga-Vereine sehen die Sache nicht so gelassen. Reiner Calmund, Manager von Bayer Leverkusen, übte Kritik. „Wenn das stimmt, wäre das gegenüber der Solidargemeinschaft der Bundesliga nicht in Ordnung“, sagte Calmund dem Tagesspiegel. „Unser Verein hat nichts extra verdient.“

Die Zentralvermarktung der Bundesliga sieht vor, dass alle Vereine durch eine einzige Firma – derzeit ebenfalls Kirch – vermarktet und die Fernsehgelder untereinander aufgeteilt werden. Für die laufende Saison umfasst der Vertrag mit Kirch 290 Millionen Euro. Davon gehen 80 Prozent an die Klubs der ersten Liga, der Rest an die Zweitligisten. Die weitere Verteilung ist noch einmal gestaffelt. Als Grundbetrag erhält jeder Verein 5,3 Millionen Euro. Zusätzlich wird Geld nach einem Verteilungsschlüssel ausgeschüttet, der sich nach der Platzierung der Vereine in den vergangenen drei Jahren und ihrem aktuellen Tabellenstand berechnet. Mit dem Schlüssel, der leistungsstarke Vereine begünstigt, sollten Klubs wie Dortmund und die Bayern dazu bewegt werden, einer zentralen Vermarktung zuzustimmen. Die für Medien attraktiven Klubs könnten mit eigenen Partnern weitaus mehr verdienen.

Die Bayern können in dieser Saison mit Einnahmen von etwa 20 Millionen Euro aus der Zentralvermarktung rechnen, heißt es aus DFL-Kreisen. Laut „Manager-Magazin“ sah aber der Zusatzvertrag mit Kirch vor, „die Differenz zwischen den Erlösen aus der zentralen Vermarktung und den möglichen Erlösen des FC Bayern aus einer individuellen Vermarktung zu ersetzen“. Herthas Manager Dieter Hoeneß sagte dazu: „Solange ich den Vertrag nicht kenne, gilt für mich die Unschuldsvermutung.“

Die Fußball-Liga zeigte sich dagegen verwundert. „Mich überrascht dieser Vertrag. Davon war der Liga nichts bekannt“, meinte DFL-Aufsichtsratschef Werner Hackmann. Für den Ligaverband bestehe Klärungsbedarf. „Die DFL hat den Klub um vollständige Offenlegung des Vorganges gebeten“, erklärte DFL-Geschäftsführer Michael Pfad.

In der Vergangenheit hatten die Bayern mehrfach die Zentralvermarktung kritisiert. „International vermarkten sich alle großen Klubs einzeln“, betont Hörwick. Reiner Calmund kann diese Argumentation durchaus verstehen: „Wenn mir jemand einen Scheck geben würde, damit ich mich mit den anderen vermarkten lasse, würde ich den Scheck auch nicht in den Reißwolf stecken.“

www.tagesspiegel.de

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Donnerstag, 20.02.2003, 09:36

Frankfurter Rundschau

Kirch soll Bayern mit 20,5 Millionen gekauft haben

Geheimvertrag regelte Zahlungen für das Einverständnis des Branchenführers zur Bundesliga-Zentralvermarktung


Von Sven Astheimer und Frank-Thomas Wenzel

Die Nachricht schlug so unvermittelt ein wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Das manager magazin vermeldete am Mittwochmorgen, dass ein "Geheimvertrag" zwischen Bundesliga-Spitzenreiter FC Bayern München und der mittlerweile insolventen KirchMedia existiere. In dem 18-seitigen Papier von 1999 hätten beide Seiten eine "exklusive Zusammenarbeit" vereinbart. Der Ex-Konzern von Leo Kirch soll sich so die "Zustimmung des FC Bayern für eine weitere zentrale Vermarktung der Bundesliga-Rechte erkauft haben". Für die beiden Spielzeiten 2000/01 und 2001/ 02 habe die Kirch-Gruppe umgerechnet rund 20,5 Millionen Euro an den deutschen Rekordmeister überwiesen.

Der Kontrakt datiert vom 9. Dezember 1999 und ist von Bayern-Manager Uli Hoeneß, dem heutigen Club-Vorstandsmitglied Karl Hopfner, Ex-Präsident Fritz Scherer und den Kirch-Managern Dieter Hahn und Stefan Ziffzer unterzeichnet. Das Magazin spricht von einer "einmaligen Wettbewerbsverzerrung". Zudem habe sich Hoeneß später für die Vergabe der Rechte an Kirch stark gemacht.

Die Reaktionen der Beteiligten zu den schwerwiegenden Vorwürfen fielen spärlich aus. Der FC Bayern ließ durch eine kurze Pressemitteilung wissen: "Es gab einen Vertrag zwischen dem FC Bayern München und der Kirch-Gruppe, in dem - wie bei anderen Bundesligavereinen ebenfalls üblich - umfangreiche Vermarktungsrechte des Clubs übertragen wurden. Dieser Vertrag wurde im Dezember 2002 aufgehoben." Mehr wolle man dazu erst mal nicht sagen, auch nicht, um welche Vermarktungsrechte es sich gehandelt habe.

Von Kirch-Media war gar kein Kommentar zu bekommen. "Wir sagen grundsätzlich nichts zu Verträgen", sagte ein Sprecher der insolventen Kernfirma der Kirch-Gruppe der Frankfurter Rundschau. Dieter Hahn, der frühere Vize in der Kirch-Gruppe, war nicht zu sprechen. Und Stefan Ziffzer beruft sich auf seine Pflicht zur Verschwiegenheit: "Ich darf weder sagen, dass es einen solchen Vertrag gegeben hat, noch, dass es ihn nicht gegeben hat." Ziffzer ist derzeit Chef des Sportsenders DSF, für den neue Investoren gesucht werden. Als 1999 die Vereinbarung mit den Bayern geschlossen wurde, war er in der Kirch-Gruppe als Geschäftsführer für die Sportsparte zuständig.

Damals tobte unter den deutschen Proficlubs ein heftiger Streit um die TV-Vermarktung. Es ging um die Frage, ob die Ligaspiele weiterhin vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zentral vermarktet und die Einnahmen geteilt werden sollten oder ob, wie von den Topclubs Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen gefordert, die Vereine ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen sollten.

Uli Hoeneß trat damals zunächst als vehementer Verfechter einer zumindest teilweisen Eigenvermarktung der Clubs auf: Pay-TV- und Auslandsrechte wollte der Bayern-Manager höchstselbst feil bieten. "Ich bin mir sicher, dass sehr viel mehr Vereine für die dezentrale Vermarktung sein werden, wenn sie unsere Argumente hören", sagte der Wurstfabrikant etwa vor einer Sitzung der 36 Proficlub-Manager im Februar 1999. Doch im darauf folgenden Herbst wechselte Hoeneß plötzlich den Kurs, die Front der Revoluzzer bröckelte. Bei der entscheidenden Abstimmung am 1. November 1999 stimmten 35 Anwesende für den alten Modus der Zentralvermarktung. Nur Dortmunds Manager Michael Meier enthielt sich.

Möglicher Grund: Laut manager magazin hatte Kirch vertraglich zugesichert, den Bayern die Differenz zwischen zentraler und dezentraler Vermarktung zu erstatten. Für die ersten beiden Jahre setzte der Club dafür knapp 15 Millionen Euro Schmerzensgeld an, in der Folge sogar 25 Millionen. Ursprünglich sollte der Vertrag bis 2005 laufen, Kirch-Mitarbeiter bastelten schon am Anschlussvertrag. Nach der Insolvenz von Kirch-Media Anfang 2002 wurden die Zahlungen eingestellt.

Borussen-Manager Meier war am gestrigen Mittwoch gerade auf einem Bankett vor dem Champions-League-Spiel der Borussia bei Real Madrid, als er vom Bayern-Kirch-Geschäft erfuhr. "Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Bayern für einen so korrupten Deal Pate gestanden haben soll", sagte er der FR. Sollten sich die Behauptungen allerdings entgegen seiner Annahme als wahr herausstellen, dann würde das, so glaubt Meier, unter den Profi-Clubs zu "großen Unruhen" führen.

Sein Kollege Wolfgang Holzhäuser, bei Bayer Leverkusen für die Finanzen zuständig, mochte die Situation erst gar nicht kommentieren und verwies auf die Deutsche Fußball-Liga (DFL): "Wir müssen jetzt mit einer Stimme sprechen."

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, der den Kirch-Vertrag zusammen mit Hoeneß und dem heutigen Leiter der DFL-Geschäftsführung, Wilfried Straub, ausgehandelt hatte, sagte gestern der FR: "Ich habe weder vor, während, noch nach der Verhandlung etwas von einem derartigen Vertrag gehört. Im Übrigen halte ich die dargelegten Behauptungen für unwahrscheinlich." Die DFL tut das offenbar nicht. Der Verband schickte gestern eine Aufforderung zur "vollständigen Offenlegung" an die Säbener Straße.

www.frankfurter-rundschau.de

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32

Donnerstag, 20.02.2003, 09:52

Also mal ganz im Ernst...

1.) ist das ein klarer Fall von Korruption,
2.) eine Wettbewerbsverzerrung, die die DFL den Bayern nicht durchgehen lassen sollte, und
3.) natürlich eine Riesenfrechheit, aber das nur mal so am Rande...

Wenn der deutsche Fußball glaubwürdig bleiben will, müßte der FC Bayern vom Spielbetrieb ausgeschlossen werden. Da der deutsche Fußball allerdings ohnehin schon keineswegs glaubwürdig ist, wird vermutlich gar nichts passieren.

Schließlich glaubt man ja in den Chefetagen sicherlich, ohne die Bayern nicht auskommen zu können. Nur ist das überhaupt nicht der Fall. Im Gegenteil, ohne die Bayern als finanziell übermächtigen Branchenkrösus würde endlich wieder ein richtiger Wettbewerb in der Liga einsetzen, und davon würden letztendlich alle Vereine profitieren. Sogar die Nationalmannschaft, denn künftig gäbe es dann einen Riesenverein weniger, der den anderen junge deutsche Talente wegkauft und dann auf der Bank versauern läßt.

Aber vermutlich wird niemand so mutig und aufrichtig sein, um einen derartigen einschneidenden Schritt zu wagen oder auch nur zur Sprache zu bringen...

Ciao, Toto
Zweite Liga, wir kommen!

"Vielleicht wäre das Spiel anders ausgegangen,
wenn wir vorne ein Tor geschossen hätten."
[Manuel Neuer nach dem 0:0 der U-21 gegen Spanien]


"Wenn man sich mit dem Ball bewegt, ist das das eine,
wenn man sich ohne Ball bewegt, ist das das andere."
[Jürgen Klinsmann, zum damaligen Zeitpunkt Bundestrainer]

33

Donnerstag, 20.02.2003, 14:39

nääääh, du bist wieder zur einzigst wahren liebe zurück gekehrt....?
na das war ja ein kurzes intermezzo. ;)
Es gibt Leute, die keine Ahnung davon haben, daß sie keine Ahnung haben.

34

Donnerstag, 20.02.2003, 16:02

Ein Berliner Rechtsanwalt will die Verantwortlichen des FC Bayern vor Gericht bringen, war grad bei hr3. Mehr haben die nicht gesagt. Nur was wir schon wissen.

Na hoffentlich wird der nicht durch Bestechungsgelder der Bayern gefügig und zieht seine Sache durch.

35

Donnerstag, 20.02.2003, 17:08

Das stand heute in der Bild:

Zitat

Die Kirch-Affäre
Berliner Rechtsanwalt stellt Strafanzeige gegen Bayern



Der FC Bayern und der Geheimvertrag mit der Kirch-Gruppe. Jetzt wird es ein Fall für die Justiz.
Der Berliner Rechtsanwalt Bert Handschumacher hat heute Strafanzeige beim Landgericht München I gegen die Bayern-Bosse und die Kirch-Verantwortlichen gestellt. Wegen des Verdachts der Bestechung (§ 299 StGB).

Es geht um den geheimen Kontrakt, den die Münchner 1999 mit dem inzwischen insolventen Medien-Konzern geschlossen haben. 40 Millionen Euro kassierte der Klub. An der Liga und am DFB vorbei.

Die Frage: Wurde damit die Zustimmung der Bayern zur zentralen TV-Vermarktung erkauft? Angeblich haben sich die Münchner ihr Ja bei der Abstimmung so teuer bezahlen lassen.

Handschumacher erklärte, es könne sich um eine verdeckte „Schmiergeld-Zahlung“ zu Lasten der anderen Vereine handeln. Der Jurist: „Da ein Anfangsverdacht der Bestechlichkeit gegeben ist, soll die Staatsanwaltschaft den Fall prüfen.“

Der FC Bayern im Mittelpunkt eines Bestechungs-Skandals?

Manager Uli Hoeneß reagiert gereizt: „Wir haben uns nicht verkauft. Der einzige Punkt, den ich verstehen kann, ist, dass die anderen Vereine wieder auf den FC Bayern neidisch sind.“

Allerdings haben die Münchner heute schon mal dem Druck der DFL nachgegeben. Die Liga hatte die Offenlegung der Unterlagen gefordert. Vize-Präsident Fritz Scherer: „Wir sind bereit, der DFL Einsicht zu geben.“ In den nächsten Tagen soll der 18-seitige Vertrag nach Frankfurt geschickt werden.


Da kann man ja schon fast die Uhr nach stellen. 3 Jahre vor jeder WM in Deutschland gibts nen Skandal

36

Donnerstag, 20.02.2003, 17:30

Zitat

Original von matzegoalkeeper
Da kann man ja schon fast die Uhr nach stellen. 3 Jahre vor jeder WM in Deutschland gibts nen Skandal


Echt, meinste, dass hat damit etwas zu tun?! 8o

Gruß
Hein M :P :D
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37

Donnerstag, 20.02.2003, 18:32

Zitat

Original von heinm

Zitat

Original von matzegoalkeeper
Da kann man ja schon fast die Uhr nach stellen. 3 Jahre vor jeder WM in Deutschland gibts nen Skandal


Echt, meinste, dass hat damit etwas zu tun?! 8o

Gruß
Hein M :P :D


Zumindest ist die gefahr für Aushängeschilder wie Bayern dann geringer, weil der DFB/DFL dann soetwas nicht gebrauchen kann und schnell das ganze weg haben will ohne genaue Aufklärung. Hat man ja schon 1971 gesehen.

Mal ganz davon abgesehen das ichd ie ganze WM geschichte mit den neuen Stadien eh für wettbewerbsverzerrung halte. Extra Stadien bauen *lol* Als ob die alten nicht gut genug wären. Dazu sollten die Vereine solche Ausbauten dann selber tragen wenn sie WM Stadt werden wollen! Köln hätte z.B. sonst nicht in 30 Jahren ein neues Stadion bekommen und die meistena nderen Städte auch nicht!
Früher hatten vereine auch immer eine gesellschaftsförderne bedeutunG! Heute sind sie total auf sich fixiert und nehmen mehr als Geben, dem Staat gehts halt noch zu gut! Aber das ist ein andere Thema.
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38

Donnerstag, 20.02.2003, 20:33

Eben haben die bei der Tagesschau gesagt, Bayern drohe sogar Lizenzentzug. Ich glaubs eher nicht, weil die DFL eh alles schnell vom Tisch haben will. Aber ich glaube nicht das die ARD als staatlicher Sender was falshes oder Gerüchte erzählt.

39

Donnerstag, 20.02.2003, 20:46

Also gerecht wäre es schon, die können sich doch nicht alles erlauben!

[GLOW=blue]
2. Liga Bayern ist dabei!!
[/GLOW]

40

Donnerstag, 20.02.2003, 22:50

es ist ein vermarktervertrag und ich hab eben gehört, dass es durchaus sein könnte, dass der vertrag rechtlich einbahnfrei wäre.

Das ändert allerdings nichts daran, dass es Moralsch unter aller SAU ist. Man hat die komplette Liga betrogen. Man hat sein gewaltiges Stimmrecht dafür eingestzt damit ein medienunternehmen die Rechte bekommt, welches auch damals beinahe zahlungsunfähig war. Wieviel Vereine man damit in finazielle problem gestürzt hat...unglaublich.

Auch wenn juristisch vielleicht nichts zu machen ist, jetzt weiß JEDER, dass die bayern ein Sauhaufen sind, Ich erinner mich noch an Rummeniges Satz: "Niemand blutet bei der Zentralvermarktung, wie wir" ihr habt Euch aber nen großes Pflaster besorgt.
Never argue with an idiot, he'll just drag you down to his level and beat you with experience


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