Bayer feuert Hörster - ES WIRD HART

  • <i>Gestern auf kicker.de:</i>


    Nach dem ominösen SAT.1-Interview, das Bayer-Trainer Thomas Hörster am Samstag in Hamburg gab, berief Manager Reiner Calmund am Montag erneut eine Krisensitzung ein. Die Degradierung Hörsters scheint nun nicht mehr ausgeschlossen.

    Reiner Calmund hatte sich die Bänder noch nicht angesehen. Sagte er. Er wollte dies am Montag tun und genau hinhören beim Interview, das Thomas Hörster nach dem Spiel in Hamburg SAT.1 gab. Er hat dort einiges gehört von "aufgeben" und im weiteren Verlauf zwangsläufig den Eindruck gewonnen, dass da einer nicht mehr so recht glauben mag, dass Bayer Leverkusen zwei Spieltage vor Saisonende noch eine Chance auf Rettung habe. Thomas Hörster meinte dies nicht so, doch es kam so rüber.


    <b>"Den würde ich nicht entlassen, den würde ich erschießen", entgleiste daraufhin "Altmeister" Udo Lattek im DSF-"Doppelpass".</b>


    <b>Kann den Lattek bitte mal jemand einweisen? Danke schön!!!</b>


    Ciao, Toto

    Zweite Liga, wir kommen!


    "Vielleicht wäre das Spiel anders ausgegangen,
    wenn wir vorne ein Tor geschossen hätten."
    [Manuel Neuer nach dem 0:0 der U-21 gegen Spanien]


    "Wenn man sich mit dem Ball bewegt, ist das das eine,
    wenn man sich ohne Ball bewegt, ist das das andere."
    [Jürgen Klinsmann, zum damaligen Zeitpunkt Bundestrainer]

  • Gebe Benno recht, Leverkusen MUSSTE nochmals was machen, wenn der Trainer schon nicht mehr motivieren kann, wer denn dann? :rolleyes:


    Und: Warum soll Nürnberg GEGEN Augenthaler spielen, sind ja eh schon abgestiegen, und wenn Leverkusen auch noch absteigt, bekommt es Nürnberg in der 2. BL wieder mit einem starken Gegner zu tun.
    Die Nürnberger haben die Lever-Boys lieber in der 1. BL :D

    :)) Arminia - unsere Hoffnung lebt :))

  • Von daher ist die Entscheidung nachvollziehbar nach seinen letzten Aussagen.


    Ob es was bringt, bleibt abzuwarten. Mir persönlich wäre eigentlich Hörster lieber gewesen. So kann vielleicht doch noch einmal ein Motivationsschub erfolgen. Für das Spiel in Nürnberg sehe ich aber schon Vorteile in der neuen Konstellation. Die werden sich sicher nicht vom alten Trainer abschlachten lassen wollen. Sonst gibt es hinterher einen Einlauf vom Präsidenten, und der ist ja mitunter nicht gerade zimperlich. Da kann so mancher Profivertrag plötzlich in Gefahr geraten.


    Bernd Schneider ist übrigens für drei Spiele gesperrt worden. Da haben hier einige Verschwörungstheoretiker im Forum ja mal wieder dumm gebabbelt.


    Und zum Schluß: Arminia darf nicht nach Leverkusen schauen. Man muß sich auf die eigenen Spiele konzentrieren und auch die Chancen sehen, was ein Sieg oder Unentschieden in Rostock bedeutet.

  • Zitat

    Original von KSV-Jens
    "Kopf hoch Bayer, in der Zweiten Liga, reicht der zweite Platz!"


    Wer war das eigentlich? Verdächtig viele blaue Schals im Hintergrund... :D


    Ciao, Toto

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    "Vielleicht wäre das Spiel anders ausgegangen,
    wenn wir vorne ein Tor geschossen hätten."
    [Manuel Neuer nach dem 0:0 der U-21 gegen Spanien]


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    [Jürgen Klinsmann, zum damaligen Zeitpunkt Bundestrainer]

  • Pikanter Wunschkandidat


    Bayer Leverkusen präsentiert Klaus Augenthaler als neuen Trainer und kündigt gewaltige Etatkürzungen an

    Leverkusen – Es hat so viele Etappen der Krise auf dem beispiellosen Weg von Bayer Leverkusen zum Abgrund gegeben, dass die einzelnen Stationen in der Erinnerung ineinander zu verschwimmen beginnen. Gestern, bei der soundsovielten Pressekonferenz in dieser Saison in der BayArena, gab es dann den Moment endgültiger Verwirrung. „Ich habe es mir nie leicht gemacht und mich nie ins gemachte Nest gesetzt“, sagte Klaus Augenthaler bei seiner Vorstellung als neuer Trainer des taumelnden Erstligisten.


    An sich war das keine außerordentliche Auskunft, schließlich ist der ehemalige Verteidiger als Kämpfer bekannt und Leverkusen derzeit ein ziemlich zerzaustes Nest. Nur hatte sich vor sechs Wochen Jürgen Kohler mit genau demselben Wortlaut als Sportdirektor vorgestellt. Ist Augenthaler also Kohler oder umgekehrt? Grüßt nun auch unterm Bayer-Kreuz das Murmeltier?


    Eher nicht, so war der Eindruck, denn mit Klaus Augenthaler richtet sich nach dem geballten Aktionismus der letzten Monate der Blick nun wieder in die Zukunft. Schon vor einigen Wochen hatten sich Kohler und Manager Ilja Kaenzig mit dem Trainer zu einem „Konzeptgespräch“ getroffen, wie Geschäftsführer Reiner Calmund es nannte. Damals war man sich einig geworden, dass der damalige Coach des 1. FC Nürnberg im kommenden Jahr zu Bayer kommen würde. Augenthaler wäre also nicht mehr in Franken geblieben, „wahrscheinlich jedenfalls“, sagte er gestern.


    Nun wurde diese Frage schon vor zwei Wochen nach Augenthalers Entlassung in Nürnberg hinfällig und der „absolute Wunschkandidat“ (Calmund) für Bayer Leverkusen zumindest theoretisch frei. Praktisch wurde er das erst vorgestern. „Ich hätte vor zwei Tagen auch nicht gedacht, dass er hier sitzen würde“, sagte Calmund. Am späten Montagabend hatte er Club-Präsident Michael A. Roth von der Auflösung des bestehenden Kontrakts überzeugen können. Nach Auskunft von Calmund sah Roth schließlich ein, dass er noch sechs Wochen Gehalt sparen und beim letzten Heimspiel einen guten Besuch haben würde. Dann nämlich kommt Leverkusen mit dem neuen Trainer nach Nürnberg zu dessen ehemaligem Arbeitgeber. „Sicherlich pikant“ findet Augenthaler diese Konstellation, „solche Geschichten schreibt nur den Fußball.“


    Er schreibt aber auch die traurige Episode des Thomas Hörster. Augenthalers Verpflichtung zwei Wochen vor Saisonende und nicht erst mit Beginn der kommenden Spielzeit realisieren zu können, war laut Calmund „der entscheidende Moment“ für dessen vorzeitige Rückversetzung ins Glied. Hörster wird im kommenden Jahr die U-19-Mannschaft von Bayer Leverkusen betreuen. Gestern wurde zwar noch einmal die absurde Diskussion um seine Äußerungen in einem Fernsehinterview nach dem Spiel in Hamburg aufgewärmt, aber nur noch verschämt. „Anlass für die Entlassung war die öffentliche Diskussion um seine unglücklichen Äußerungen“, sagte Calmund zwar, aber sie war nicht wirklich der Grund. Vor allem ging es darum, den Mann schon früher bekommen zu können, den der Klub sowieso wollte.


    Dahinter stand besonders Jürgen Kohler, der die Verpflichtung seines ehemaligen Mannschaftskameraden beim FC Bayern und Mit-Weltmeisters von 1990 als ersten greifbaren Tätigkeitsnachweis bewertet sehen wollte. „Es wird gefragt, was macht der Kohler eigentlich“, sagte Kohler, „hier ist ein Ergebnis, und es werden noch mehr kommen.“ Der Sportdirektor hatte schon länger Hörsters Ablösung betrieben. Nun begründete er die Verpflichtung von Augenthaler: „Weil er mit jungen Spielern arbeiten kann, Ziele hat und erfolgshungrig ist.“ Diesen Hunger möchte der neue Trainer auch in der ablaufenden Saison noch stillen und den Abstieg verhindern.


    „Die Zielsetzung, sechs Punkte aus den letzten beiden Spielen zu holen, ist realisierbar“, sagte Augenthaler. Das könnte, muss aber nicht die Rettung vor dem Abstieg bedeuten. In der vergangenen Saison gelang Augenthaler noch auf der Zielgerade der überraschende Klassenerhalt mit Nürnberg, nicht zuletzt auf Kosten des Meistertitels für Bayer Leverkusen. Damals hat er als Erfolgsrezept gelernt, „die Ruhe zu bewahren“. Ein schönes Vorhaben ist das, aber nichts ist im Laufe dieser Spielzeit in Leverkusen weniger gelungen als ruhig zu bleiben.


    „Man muss die Spieler von Leverkusen nicht stark reden, sie sind es“, glaubt Augenthaler und will sie nicht mit einem Trainingslager vor dem Spiel am Samstag gegen München 1860 quälen, „weil man sich da zu sehr auf den Geist geht“. Teil der neuen Sparwelle in Leverkusen ist das nicht, doch wird der kommende Etat „mit der Axt und nicht mit der Nagelfeile“ (Calmund) um fast 30 Millionen Euro gekürzt. Auch Klaus Augenthalers Kontrakt gilt daher nur bis zum Ende der kommenden Saison und beinhaltet eine „erfolgsbezogene Verlängerungsklausel“, wie der Bayer-Geschäftsführer sie nannte, aber nicht präzisieren wollte. Die Nichtabstiegsprämie für sich und seine Spieler legte hingegen Trainer Augenthaler schon mal selbst fest: „Dann gibt es zwei freie Tage.“


    Christoph Biermann
    http://www.sueddeutsche.de

  • 1-a-Affentheater in Leverkusen


    Von Philipp Selldorf

    In Leverkusen wird weiterhin von allen Beteiligten – und das sind viele – eine erstaunliche Menge Blödsinn geredet, und Reiner Calmund hat in dieser Disziplin wieder die Führung übernommen. Jetzt hat der Manager beklagt, er habe den Eindruck, „ein einziges Affentheater“ zu erleben – und wer wird ihm da widersprechen wollen? Umstritten aber bleibt seine Analyse der gestern feierlich beendeten 86-Tage-Ära des vom Amateur- zum Chef-Trainer beförderten und neuerdings wieder zum Junioren-Coach umfunktionierten Thomas Hörster. Calmund erklärte, ihm „das beste Zeugnis ausstellen“ zu wollen und tat das dann auch: Hörster sei ein „1-a-Trainer, der 1-a-Arbeit geleistet hat“. Weil 1-a-Hörster jedoch von den bösen Spielern im Stich gelassen wurde (Calmund: „Er ist Opfer, nicht Täter“), nutzt Bayer die Chance, noch einen Anstellungsvertrag aufzusetzen. Für Klaus Augenthaler, der bereits den 1. FC Nürnberg überzeugend auf den 17. Tabellenplatz geführt hatte.

    Als besondere Koryphäe hat Calmund außerdem den Sportdirektor Jürgen Kohler ausgezeichnet, dem er attestierte, „ein Brett vor dem Kopf“ zu haben, weil er sich trotz stundenlangen Bittens der Vereinsbosse geweigert hatte, als Trainer für Hörster einzuspringen. Calmund erkennt zwar an, dass diese mit jährlich 600000 Euro honorierte Verweigerungshaltung des Hospitanten diskutabel ist, doch sieht er lieber die gute Seite: „Gradlinig“ sei Kohler. Solche Mitarbeiter braucht ein Klub mit der Sehnsucht nach Untergang.

    Mit Augenthaler strebt Bayer 04 nun nach weiteren Höhepunkten der Tragikomik, die den Verein seit Jahren so zuverlässig begleiten wie der Manager Calmund an seinen Hungerkuren scheitert. Vielleicht gelingt es tatsächlich, mit einem Trainer den Aufbau in der zweiten Liga zu bewerkstelligen, der zuvor binnen einer Saison mit zwei Klubs abgestiegen sein könnte. Nur Friedel Rausch (Mönchengladbach, Nürnberg) hat das bisher vollbracht. Und vielleicht gelingt es, diesen ersten Abstieg der Klubgeschichte just an jenem Ort zu vollenden, an dem der neue Trainer noch vor drei Wochen unter Tränen seine Sachen hat packen müssen. Grotesk? Vorhang auf für den letzten Akt eines absurden Theaters.

    http://www.sueddeutsche.de

  • Zitat

    Original von heinm
    [B]Pikanter Wunschkandidat


    Praktisch wurde er das erst vorgestern. „Ich hätte vor zwei Tagen auch nicht gedacht, dass er hier sitzen würde“, sagte Calmund. Am späten Montagabend hatte er Club-Präsident Michael A. Roth von der Auflösung des bestehenden Kontrakts überzeugen können. Nach Auskunft von Calmund sah Roth schließlich ein, dass er noch sechs Wochen Gehalt sparen und beim letzten Heimspiel einen guten Besuch haben würde. http://www.sueddeutsche.de


    .... das ist ja wohl lachhaft. so klamm wie der fcn ist, hat der whopper bestimmt nicht lange gebraucht den teppichmann zu überzeugen. wahrscheinlich ist es noch umgekehrt gelaufen. nämlich dass sich retortenkusen bereit erklärt hat, die restlichen gehälter zu übernehmen wenn es nürnberg ihnen im letzten spiel nicht so schwer macht. den pillendrehern ist ja alles zuzutrauen, denn wer erinnert sich nicht an den rink deal, wo ihm gegen leverkusen ein einsatz vertraglich verboten wurde.

    oemmes


    "Am Ende wirkte alles wie eine Demonstration der Tradition gegen die moderne Fußballindustrie. Als wollten die Fans eines alten Bundesligastandorts den modernen Parvenüs aus den Retortenklubs zeigen wie sich echte Stimmung anhört."

    (BZ am 30.04.2015 nach dem Pokalhalbfinale gegen Wolfsburg)

  • das denke ich auch gegen Nürnber gewinnen die zu 100% wir dürfen nach dem kommenden Spieltag auf keinen Abstiegsplatz stehen!!!!!....dann packen wir es auch!!!!!!! dann trifft es nämlich Rostock, weil die gegen den HSV verlieren!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Never argue with an idiot, he'll just drag you down to his level and beat you with experience


    Managerspiele haben Menschen glauben lassen sie könnten einen Bundesligaverein führen.

  • Daß Leverkusen nun ausgerechnet Augenthaler verpflichtet, ist wirklich ein Witz. Warum nicht gleich Ede Geyer? Na klar, wer schon Nürnberg zum Abstieg geführt hat, wird natürlich in Leverkusen in nur zwei Wochen absolut sicher Bäume ausreißen können und das geradebiegen, was zwei Trainer in 32 Spieltagen vorher verbockt haben. Au weia, welch ein Zirkus! Im Grunde genommen kann einem Augenthaler ja fast schon leid tun - steigt er eben gleich zweimal in einer Saison ab. Oh, Verzeihung, für den Nürnberger Abstieg ist er ja gar nicht mehr als Cheftrainer verantwortlich gewesen, schließlich wurde er direkt vorher gefeuert. In Nürnberg übrigens gang und gäbe, man erinnere sich nur mal an die damalige Entlassung von Hermann Gerland, ebenfalls nur vier Spieltage vor Saisonschluß, welche diesem noch jahrelang die Gelegenheit gab, zu behaupten, er sei in seiner Trainerkarriere noch niemals abgestiegen. Dieses muntere Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen ist sicherlich für ein paar nette Stories gut, aber ob damit irgendjemand Erfolg haben dürfte, wäre doch eigentlich eher zweifelhaft - wenn, ja, wenn nicht andere Teams so dämlich wären, die Gunst der Stunde nicht zu nutzen. Und so trifft es dann am Ende vermutlich eine Mannschaft, die niemals durch solche großspurig verkündeten Wechseltheater und derartige Schmierenkomödien aufgefallen ist, bei der statt dessen seriös und kontinuierlich gearbeitet wird. Aber nächstes Jahr, ja, da werden beide Mannschaften wieder großspurig auftreten, mit Geld um sich werfen und diese Saison zu einem Betriebsunfall erklären, für den natürlich niemand etwas konnte, höchstens immer die anderen. Die goldene Himbeere für die schlechteste schauspielerische Leistung hat Leverkusen jedoch in der laufenden Saison schon sicher gewonnen. Na ja - wenigstens <b>ein</b> Titel...


    Ciao, Toto

    Zweite Liga, wir kommen!


    "Vielleicht wäre das Spiel anders ausgegangen,
    wenn wir vorne ein Tor geschossen hätten."
    [Manuel Neuer nach dem 0:0 der U-21 gegen Spanien]


    "Wenn man sich mit dem Ball bewegt, ist das das eine,
    wenn man sich ohne Ball bewegt, ist das das andere."
    [Jürgen Klinsmann, zum damaligen Zeitpunkt Bundestrainer]

  • Neue Besen sollen doch gut kehren. Aber wenn schon alles angewachsen und festgetrocknet ist, nützt ein neuer auch nicht viel :D


    Also wenn das stimmt, was in der Sport Bild stand. Das Augenthaler wirklich Alkoholkrank sein soll. Dann gute Nacht Leverkusen.
    Stand nicht direkt drin das er Krank sei. aber die Spieler haben ihn beim Präsidenten damit angeschwärzt.

  • Würde ich auch erzählen, wenn ich meine Lehrer loswerden wollte.
    Was die Nürnberger Spieler gemacht haben, finde ich echt eine Sauerei! Vorallem diejenigen, denen er eine zweite Chance gegeben hat, sind ihm doch in den Rücken gefallen! :pillepalle:
    Das kann ich echt nicht nachvollziehen, nein wirklich nicht!!!!!! :kotzen:





    DSC for life! :arminia:

  • Leverkusen: Entrüstung in Nürnberg - 15.05.2003 11:34


    Packt´s "Auge"? Sonst fehlen 25 Mio!

    Erst Klaus Toppmöller, der Trainer des Jahres. Dann Thomas Hörster, der harte Hund. Jetzt also Klaus Augenthaler, der Weltmeister. Er soll Bayer Leverkusen vor dem Abstieg retten - am 34. Spieltag, in Nürnberg, bei seinem Ex-Klub.
    Dass Reiner Calmund in der vergangenen Woche die Außendarstellung der Bayer Leverkusen Fußball GmbH beklagte, konnte nun auch nichts mehr daran ändern, dass es Anfang dieser Woche noch einmal so richtig rund ging in Leverkusen. "Was für ein Affentheater", stöhnte der Bayer- Macher verzweifelt am Montag angesichts der Kamerateams, Mikrofone und Reporter, allesamt heiß auf Neuigkeiten.


    Die gab es schlussendlich dann erst am Dienstag, Klaus Augenthaler beerbte Thomas Hörster und soll nun für Bayer die Klasse erhalten. Er ist nicht zu beneiden, wenngleich er sich glücklich wähnt, vom Status des Arbeitslosen befreit worden zu sein. "Zwei Wochen Rasenmähen haben gereicht", so Augenthaler, der turbulente Wochen hinter sich hat, nicht nur deshalb Ruhe verbreiten wollte: "Vom Reden ist noch keiner besser geworden!"


    Besser werden muss freilich vieles, wenn nicht alles in Leverkusen. Zwar beschwört Calmund, zwei Siege gegen Mannschaften wie München 1860 und den 1. FC Nürnberg seien kein Weltwunder - angesichts der Leistungen seiner hoch dotierten Profis käme ein doppelter Erfolg zum Saisonende genau dem aber gleich.


    Zumal sofort nach Augenthalers erster Pressekonferenz am Dienstag ein Sturm der Entrüstung durch das Frankenland tobte. Und dies, weil Augenthaler auf die Frage, ob er auch dann Bayer-Trainer geworden wäre, wenn der Club ihn nicht gefeuert hätte, antwortete: "Wahrscheinlich!" Dadurch mutierte er für die Fans des Altmeisters flugs zum "Verräter". Calmund kann dies nicht nachvollziehen: "Klaus Augenthaler hat sich korrekt verhalten. Dies hat mir auch Michael A. Roth bestätigt. Und wir haben Klaus lediglich im April gefragt, ob er sich vorstellen könne, zu uns zu kommen, wenn es in Nürnberg nicht klappt." Augenthaler bestätigt dieses Gespräch: "Dies alles wurde erst ein Thema, als ich merkte, dass es konkrete Strömungen gegen mich gibt. Ich bin kein Verräter." Club-Präsident Roth: "Bei einem Trainer wie Augenthaler ist es doch logisch, dass Vereine sich bei ihm melden. Er ist ein Vollblutprofi, da ist es klar, dass er nicht lange arbeitslos ist. Das Ding mit Leverkusen ist auf jeden Fall blitzsauber abgelaufen."


    Aufhalten will sich der Weltmeister von 1990 mit diesen Dingen nicht mehr. Ob ihn die Club- Fans nun umjubeln oder auspfeifen, kann auch nicht Inhalt seiner Gedanken sein: "Ich habe wenig Zeit und wir müssen hier eine Aufgabe bewältigen." Die wird schwer genug. Denn so richtig kann man seiner Mannschaft nicht über den Weg trauen. Zuletzt engagiert in den Heimspielen, versagte sie auswärts prompt. Dies führte zur nun gültigen Konstellation.


    Wie die Mannschaft reagiert, ob sie sich endlich der Gefahr bewusst wird, in der die Fußball GmbH steckt, darf nach den Auftritten der Vorwochen bezweifelt werden. Die Folgen für Bayer wären verheerend. Trotz der Abstiegsversicherung (rund sieben Millionen Euro) müsste der Etat mächtig abgespeckt werden: "25 bis 30 Millionen Euro werden wir einsparen müssen", sagt Calmund. Spielergehälter würden dabei den größten Teil ausmachen: Großverdiener wie Butt, Schneider, Neuville, Lucio oder Bastürk müssten/dürften den Verein verlassen, lediglich für den brasilianischen Weltmeister gäbe es eine satte Ablöse von mindestens 20 Millionen Euro. Was auch nichts mehr daran ändern könnte, dass der Rückfall in die Steinzeit endgültig pefekt gemacht worden wäre.


    Frank Lußem


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    Einwurf von Frank Lußem - 15.05.2003 11:42


    Augenthaler kann alles gewinnen - oder verbrennen

    Dass die Chaos-Tage in Leverkusen nun beendet sind, dafür kann Klaus Augenthaler nicht garantieren. Der Fußball- Lehrer, ausgestattet mit einem Vertrag bis 2004, wagt sich in eine Schlangengrube. Er kann alles gewinnen, er kann auch verbrennen. Jürgen Kohler, der Sportdirektor, wollte sich dies nicht antun. Trotz Lizenz, trotz einer satten Jahresgage.


    Nun also Augenthaler. Gekommen für Thomas Hörster, der seine letzten Tage als Bundesligatrainer immerhin noch dadurch geschmückt sah, dass ihn Medien plötzlich zum Opfer machten, die ihn noch kurz vorher als Volldeppen hingestellt hatten.


    Chaos-Tage in Leverkusen. Nicht nur im Verein. Auch die, die ihn begleiten, geben nicht immer ein glückliches Bild ab.


    Heute jährt sich der größte Tag der Vereinsgeschichte. Am 15. Mai 2002 scheiterte Bayer knapp im Champions-League-Finale an Real Madrid. Und Reiner Calmund fand nicht genug Vasen für die Blumen, die ihm gereicht wurden. Heute regnet es wieder Blumen, heute allerdings sind die Töpfe noch dran. Zu Recht? Ist Calmund plötzlich ein Versager? Hat er nichts mehr im Griff? Zerstört er, was er in langen Jahren aufgebaut hat? Blödsinn! Calmunds Fehler wurden an dieser Stelle ausführlich beschrieben und es waren nicht wenige. Aber sie führten die Bayer Fußball GmbH nicht dahin, wo sie jetzt ist.


    Die Schuld an der Misere tragen die Profis, die mit dicken Beinen und dicken Konten durch die Saison stolperten und einen nach dem anderen im Regen stehen ließen: Reiner Calmund, Klaus Toppmöller, Thomas Hörster. Auch die Schuld an der schlimmen Außendarstellung trägt nicht Calmund allein, wenngleich dessen Endlos-Kommentare längst nicht mehr jeden erfreuen. Doch wenn einer reden darf bei Bayer, dann er.


    Geschwiegen hätten besser die, die nichts, aber rein gar nichts zu den Erfolgen beitrugen, sich aber eifrig meldeten, als es galt, die Anteile am Misserfolg zu verteilen. Dieses Konglomerat an Profilneurotikern und Nichtskönnern schaffte Bayer dahin, wo es jetzt steht. Nicht Reiner Calmund.


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    Leverkusen: Jens Nowotny übt erneut Kritik an der Mannschaft - 15.05.2003 10:05


    "Es gab viele Aktionen, aber das war die Krönung"

    kicker: Herr Nowotny, wie bewertet der verletzte Kapitän das Geschehen der vergangenen Tage?


    Jens Nowotny: Es war bezeichnend für diese Saison. Ein Durcheinander, ein Drunter und Drüber. Es zeichnet sich irgendwie alles ab. Es gab viele Aktionen über Nacht, aber das war jetzt die Krönung.


    kicker: Welchen Eindruck macht Klaus Augenthaler auf Sie?


    Nowotny: Es gab wenig Kontakt, mein erster Eindruck ist gut.


    kicker: Die Mannschaft hatte sich vor kurzer Zeit einstimmig für Thomas Hörster ausgesprochen . . .


    Nowotny: Tja, heute ziehen wir es durch und morgen ist er weg. Das ist heftig und mehr als verrückt.


    kicker: Sie übten im Wintertraininglager harsche Kritik an der Einstellung Ihrer Kollegen. Wurde die verinnerlicht?


    Nowotny: Wenn sie angenommen worden wäre, dann stünden wir nicht unten drin. Wenn sich nur zwei oder drei Spieler steigern, dann reicht es eben nicht.


    kicker: Sollte es tatsächlich nicht reichen, würden Sie dann in der Zweiten Liga für Bayer spielen?


    Nowotny: Ja, letztendlich hat der Vertrag Gültigkeit. Aber ich gehe davon aus, dass es nicht so weit kommen wird, dass wir uns in diesen beiden Spielen retten werden.


    kicker: Sie sind verletzt, wie können Sie helfen?


    Nowotny: Durch Präsenz. Und dadurch, dass ich Engagement vorlebe. Klar, ich bin nicht fit. Aber ich arbeite hart an meinem Comeback. Arbeiten, arbeiten, arbeiten - die Ziele sind verschieden, doch der Weg ist gleich. Auch der Klassenerhalt kann nur gepackt werden, wenn die Jungs arbeiten.


    kicker: Wann steigt Ihr Comeback?


    Nowotny: Nach zwei Kreuzbandrissen sollte man mit Prognosen vorsichtig sein. Ich bin im Plan, habe gestern im Rahmen der Koordinationsübungen erstmals wieder Ballkontakt gehabt. Ich absolviere mein Laufprogramm ohne Probleme und am 26. Mai geht's nach Donaustauf, da gebe ich richtig Gas.


    kicker: Reiner Calmund ist von den Kritikern als Hauptschuldiger der Misere ausgemacht worden. Fühlen Sie mit ihm?


    Nowotny: Diese Kritik macht vor keinem Halt in solch einer Position. Aber keiner soll vergessen, dass er es war, der Bayer groß gemacht hat. Und die, die ihn jetzt zerreißen, die haben ihm lange Jahre auf die Schulter geklopft, ihn zur Kultfigur gemacht. Ich hoffe, er merkt sich die Gesichter gut und denkt daran, wenn es mal wieder andersrum läuft.


    Interview: Frank Lußem
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    Nürnberg: Nach Augenthalers Unterschrift in Leverkusen - 15.05.2003 10:05


    Roths doppelter Freudentag

    Der Dienstag - für Nürnbergs Präsidenten Michael A. Roth ist es ein besonders freudiger Tag gewesen. Mit der Unterschrift des Ende April beim 1. FCN beurlaubten Klaus Augenthaler in Leverkusen ist der finanziell angeschlagene Club um eine Sorge leichter. Er spart sich eine Abfindung von rund 600 000 Euro für den Ex-Trainer.


    Damit nicht genug: Klaus Augenthaler sagte bei seiner Präsentation, dass er auch ohne die Beurlaubung in Nürnberg "wahrscheinlich" am 1. Juli das Traineramt bei Bayer übernommen hätte.


    Wasser auf Roths Mühlen, der von etlichen Fans wegen der Trennung von Augenthaler heftigst beschimpft wurde. Roth sagt zwar, dass alles korrekt gelaufen sei, gleichzeitig aber auch, dass "das einige das ganze nun in einem anderen Licht sehen." Und so mancher Augenthaler-Sympathisant hat nun umgedacht, schimpft den 45- Jährigen einen "Verräter". Hintergrund: Der Niederbayer hat nach dem 0:3 gegen Hertha gesagt, dass er am Club hänge und ihn auch in der Zweiten Liga trainieren würde.


    Die Nürnberger Spieler regis- trierten Augenthalers Wechsel gelassen, allen voran Stürmer Martin Driller, der sagt: "Dass da etwas läuft, wussten wir intern schon lange." Nicht jeder, denn Linksfüßer Lars Müller zum Beispiel zeigte sich "überrascht, wie schnell das ging".


    Christian Biechele

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